Eine gute Frage: Funktioniert Visualisierung trotz innerer Bedenken?

Eine gute Frage: Funktioniert Visualisierung trotz innerer Bedenken?

Kann das Vorstellen einer Situation uns helfen diese besser zu meistern? Die Antwort ist eindeutig: JA. Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen Vorstellung und Realität. Daher funktioniert dieser „Trick“. Wir können Situationen vorwegnehmen und uns im Detail vorstellen, wie sie ablaufen sollen.

Wir sehen uns auf einer Bühne stehen. Die Zuschauer hängen an unseren Lippen. Jedes Wort unseres Vortrags sitzt. Der tosende Applaus dröhnt in unseren Ohren. Immer mehr Menschen stehen auf und klatschen voller Bewunderung. Wir spüren die Glücksgefühle, sehen Anfragen und das gefüllte Bankkonto, sowie die bewundernden Blicke der Kollegen und des Partners.

Unser Körper reagiert während dieser Visualisierung. Wir sitzen aufrechter, heben leicht das Kinn an und können das innere Strahlen kaum unterdrücken, so tief stecken wir in dieser Imagination.

Die zwanzig Minuten Visualisierungsarbeit sind großartig. Das Gefühl von Unbesiegbarkeit macht sich breit – bis der erste kurze Bedenken-Gedanke auftaucht. „Hat meine Vorstellungskraft nicht ein bisschen übertrieben? Standing Ovation muss nicht sein. Darauf könnte ich auch verzichten.“ Die ersten gedanklichen Abschwächungen schleichen sich wie ein diebischer Fuchs durch die Hintertür unserer Gehirnareale und ziehen eine imaginäre Handbremse. Mit körperlichen Auswirkungen. Statt der sanft nach oben geschwungenen Lippenmuskulatur legt sich wie von Geisterhand gesteuert plötzlich die Stirn in Falten.

Was ist, wenn es nicht funktioniert? Wenn wir doch nicht so gut sind? Wenn die Realität nicht den eigenen Gedanken folgt und wir versagen? Oh Gott! Fragen, die uns vertraut vorkommen und wir ihnen deshalb automatisch mehr glauben. Außerdem war da noch diese Schulaufführung – vor gut fünfundzwanzig Jahren. Wenn wir diesen Auftritt als mutig und souverän beschreiben würden, überführen wir uns selbst der Lüge. Wieder reagiert unser Körper. Ungewollt schütteln wir den Kopf und blicken verschämt nach unten.

Stopp. Wir wollen doch raus aus diesen alten Gedankenmustern und steigen ein weiteres Mal in die Visualisierungstechnik ein. Leider klappt es jetzt nicht mehr ganz so gut. Zu stark sind die Bilder vom eigenen Versagen. Blackout, Faden verlieren, herumstammeln – all die Dinge, die uns so furchtbar peinlich wären. Sie kommen hoch und hängen an uns wie lästiger Klebstoff, der sich von den Fingern kaum abstreifen lässt.

Stand nicht ganz oben im Artikel, dass Visualisierung funktioniert? Also was fehlt? Was ist noch notwendig?

Lassen Sie uns an dieser Stelle einem Nebensatz größere Aufmerksamkeit geben. Visualisierung, also einen gewünschten Zustand mit Bildern und Gefühlen fluten, funktioniert, wenn wir alles Notwendige dafür tun. Diese 6 Worte nach dem Komma sind wesentlich.

Wenn wir Bühnenpräsenz visualisiert haben, dann könnten wir mit einer stilvollen Jubiläumsrede während einer Familienfeier beginnen. Oder Besprechungen leiten, Kassenberichte verlesen und aus langweiligen Dankesreden rhetorische Highlights machen.

Ja, das könnten wir alles machen, aber wir trauen uns ja nicht. Natürlich haben wir noch dieses Ding im Ohr mit den Herausforderungen. Wie heißt es noch gleich? Ach ja: „Suchen Sie sich Übungsplattformen für persönliche Herausforderungen.“ Schön gesagt, aber die auf uns einstürzenden Bedenkensätze sind wie ei-große Hagelkörner, die unablässig auf unser Selbstvertrauen einprasseln.

Zwanzig Minuten Visualisierungsarbeit treffen auf die restlichen 23 Stunden und 40 Minuten Alltag, in denen die gewohnten alten Denk- und Gefühlsmuster weiterlaufen. Mit den gewohnten Gedanken, Bedenken und Befürchtungen. Wer gewinnt wohl das Spiel?

Wie stoppen wir nur diese Übermacht? Der Widersacher ist besonders geschickt und geht unglaublich trickreich vor. Es ist unser Ego. Es hindert uns daran Wege zu verfolgen, die funktionieren. Daher sollten wir in der Lage sein, das ewig plappernde Radio unseres Egos  abzuschalten. Das Ego ausstellen bzw. den Lautstärkeregler in unserem Kopf herunterfahren – dazu bedarf es einer Übung, die es in sich hat. Es ist die Meditation. Wir sitzen vor einer weißen Wand, atmen und denken an nichts. Alle inneren Stimmen, Bewertungen, Meinungen, Bedenken, Befürchtungen und Gefühle lassen wir los – immer und immer wieder, jeden Tag. Was bleibt sind im besten Fall Leere und nochmal Leere, sowie nicht gewertete Fakten. Falls wir an dieser Stelle in die Bewertungsfalle rutschen hilft als Sofortmaßnahme erst Mal tief ausatmen.

Jetzt steht der Zeit der Visualisierung kein plapperndes Ego mehr gegenüber, das ständig nur das Gegenteil von dem verursacht, was wir haben wollen.

Jetzt ist eine Rede nur noch eine Rede und kein Event, bei dem wir „sterben“ könnten. Auf der anderen Seite können wir eine Situation, die wir von alten Bewertungen befreit haben, mit neuen Gefühlen und Zielen belegen. So können unsere zielgerichteten Visualisierungen besser greifen. Auch die Umsetzung, das Tun fällt leichter, selbst wenn der Part der Überwindung nie ganz wegfällt. Durch Meditation schaffen wir Freiräume in unserem Kopf, um Ereignisse so zu sehen, wie sie sind. Unser Ego mag das natürlich nicht, denn es hat mit Disziplin und einer Handlung zu tun. Die Stimme des Egos rät uns lieber zu Strategien, die weniger aufwändig sind, von alleine gehen und keine Änderungen brauchen, die uns selber fordern.

Das Fazit:

Visualisierung funktioniert, wenn wir gleichzeitig alles dafür Notwendige tun und unser Ego durch Meditation regelmäßig ruhig stellen.

Brauchen Sie dabei in Stuttgart Unterstützung? Gerne! Eine Verpflichtung einer neutralen dritten Person, also einem Coach gegenüber einzugehen ist bei diesem Prozess sehr hilfreich.

Hier spreche ich als Coach in Stuttgart aus Erfahrung. www.aendere-dich.de

Heidi ProchaskaCoach Stuttgart

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