Was mein Hobby mit Coaching zu tun hat

Was mein Hobby mit Coaching zu tun hat

Heute verlasse ich Wiesbaden für die nächsten vier Tage und fahre zum 24h-Rennen am Nürburgring. Ich freue mich riesig, die Veranstaltung ist das Highlight unter den Fans von Langstreckenrennen, zu denen ich mich seit 21 Jahren zähle. Über meine beste Freundin bin ich damals zum Motorsport gekommen. Nein, ich fahre nicht selbst, sondern kümmere mich um die Dinge, die neben der Strecke wichtig sind: mal habe ich die Stoppuhr und den Funk in der Hand, messe die Rundenzeiten und weise den Boxenstopp ein. Ein anderes Mal kümmere ich mich um die Gäste meines Teams, führe sie durchs Fahrerlager oder bringe sie raus an die schönsten Stellen der Strecke. Daneben gilt es noch Pressearbeit und Sponsorenakquise zu betreiben, Brötchen zu schmieren, Autos zu bekleben oder Papierkram zu erledigen. Verbunden mit jeder Menge Nervenkitzel, Teamgeist und Spaß.

Was hat das nun mit Coaching zu tun?

In all den Jahren habe ich natürlich viele Rennfahrerinnen und Rennfahrer kennengelernt und seit einiger Zeit gehören auch Menschen aus dem Motorsport-Umfeld zu meinen Klienten. Meiner Beobachtung nach unterscheiden sich die schnelleren, aber vor allem die unfallfreieren, in ihrer Leistung konstanteren Fahrer in ihrer Persönlichkeit von den nicht ganz so erfolgreichen in einem Punkt, den ich Mentalhygiene nenne: Sie vollbringen die Leistung, jeglichen „Dreck“ aus ihrem Kopf zu verbannen, wenn es drauf ankommt. Mentalhygiene ist meiner Meinung nach neben einem gewissen Talent, Training und Erfahrung essentiell im Kampf um gute Platzierungen. Egal wie groß der Druck im Job gerade ist, egal wie sehr es im Privatleben gerade Ärger gibt, am Lenkrad sind die echten Profis – bezahlte Rennfahrer wie Privatiers – hoch konzentriert und lassen nicht zu, dass ihnen hinderliche Gedanken oder störende Emotionen das Rennen verderben. Timothy Gallwey, unter anderem Tennistrainer und einer der „Väter“ des Coachings, brachte es auf den Punkt: „Leistung ist gleich Potenzial minus Störung“ lautet seine Erfolgsformel. Sie gilt im Motorsport ebenso wie im Tennis, in anderen Sportarten und natürlich in sämtlichen Bereichen, in denen kleine und große Erfolge erzielt werden wollen.

Sein Potenzial zu kennen (oft liegt es noch verborgen) und typische Störenfriede identifiziert zu haben, ist demnach ein guter Weg um hervorragende Leistungen zu erzielen. Auch wenn der Rennfahrer üblicherweise allein in seinem Fahrzeug sitzt – im Coaching werden Sie, als der Steuermann Ihres Lebens, über eine absehbare Zeitspanne von Ihrem Sparringspartner, dem Coach, begleitet. Der Sie fordert, aber niemals überfordert. Der Ihnen den Spiegel vorhält ohne Sie bloßzustellen. Der mit Ihnen auf die Reise zu Ihren Fähigkeiten, Stärken und Ressourcen geht. Der mit Ihnen in die Höhle der Löwenängste geht und Fragen stellt, die Ihr Leben verändern können. So lange, bis Ihr Anliegen gelöst ist, bis Sie Ihr individuelles Ziel erreicht haben und aus Ihrem vollen Potenzial schöpfen können.

Ja, der Veränderungsprozess ist oftmals anstrengend. Sie müssen in der Regel mehr arbeiten als Ihr Coach. Was Sie erreichen wollen, bestimmen dabei Sie allein!

Vergessen wir nicht:

Coaching kommt aus dem Leistungssport, nicht aus dem Förderturnen“, wie es eine meiner Ausbilderinnen einmal sehr treffend beschrieb.

So, jetzt muss ich aber los …

Sylvia PietzkoCoach Wiesbaden

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